Zum Beschluss im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vom 27.08.2026 zur Machbarkeitsstudie Reinhold-Jürgensen-Platz und nördliche Ollnsstraße (Beschlussvorlage – 60/2026/024) erreichte uns schriftlich Kritik von Anwohner*innen. Dazu nehmen wir wie folgt Stellung:
„Sehr geehrte Anwohner*innen aus der Ollnsstraße,
vielen Dank für Ihr Schreiben und für Ihren persönlichen Einsatz für wichtige Belange in Ihrem Stadtteil Klostersande, insbesondere Ihre Fragen im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt!
Als Anwohner*innen kennen Sie die Situation in der Ollnsstraße besonders gut und Ihre Anregungen und Vorschläge sind für uns sehr wertvoll. Gerne senden wir Ihnen daher unsere Stellungnahme zu den Planungen und dem Machbarkeitskonzept des Büros PGT.
Wir haben dem Beschluss im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, weitere Maßnahmen entsprechend der Machbarkeitsstudie von dem Büro PGT voranzutreiben, zugestimmt, nachdem die Studie im vorherigen Ausschuss Ende Juni 2026 vorgestellt und anschließend kritisch diskutiert wurde.
Folgende Gründe haben uns bewogen, dem Antrag zuzustimmen:
- Die Situation in der Ollnsstraße für alle Verkehrsteilnehmer*innen, Anwohner*innen und die Weiterentwicklung des Stadtteils inkl. Nahversorgungsszentrum und des Reinhold-Jürgensen-Platzes (inkl. Park als attraktiver Nachbarschaftstreffpunkt) sind uns sehr wichtig und seit Jahren ein Thema.
Den Vorschlag der Verwaltung, mit kleineren Maßnahmen den Stadtteil städtebaulich aufzuwerten – da eine komplette Erneuerung der Ollnsstraße inkl. Kanalisation wesentlich teurer und noch länger dauern würde – fanden wir daher sinnvoll.
- Der Ausbau des Radweges in der Ollnsstraße wurde bereits 2021 beschlossen, das Mobilitätkonzept der Stadt Elmshorn im letzten Jahr. In dem Mobilitätskonzept ist unter anderem die Sicherheit für Schulkinder auf ihrem Weg zur Schule ein wichtiges Thema. Zudem entsprechen viele Radwege in Elmshorn nicht den aktuellen Standards und sind häufig viel zu schmal für heutige Ansprüche bzw. in schlechtem Zustand und damit auch nicht sicher. Der Ausbau der Velorouten hängt hinterher. Es ergibt sich mit dieser Maßnahme die Chance, in der Ollnsstraße endlich für eine Verbesserung zu sorgen. Es ist außerdem politischer Konsens, den Rad- und Fußverkehr zu stärken. Je besser die Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr sind, desto mehr Menschen lassen das Auto stehen und wechseln zu diesen Mobilitätsformen.
- Der Erhalt der Bäume auf der östlichen Seite der Ollnsstraße ist besonders wichtig. Laut der uns vorgestellten Planung sollen diese besser geschützt und durch Grün-/Blühstreifen ergänzt werden. Der wassergebundene Gehweg (wie Bestand) auf der Ostseite soll ebenfalls erhalten bleiben. Dass der östliche Gehweg wassergebunden bleibt und der westliche dann Geh- und Radweg gepflastert wird, halten wir für einen guten Kompromiss, um den besonderen, historisch bedingten Charakter der Straße zu erhalten, Klimaanpassung im Blick zu behalten und andererseits den Bedürfnissen der Rad- und Fußgänger*innen zu entsprechen.
- Auch das Kopfsteinpflaster der Fahrbahn soll mit kleinen Einschränkungen erhalten bleiben. An einigen Stellen wird es barrierefreie Querungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen geben, damit Menschen mit Rollatoren, Gehhilfen, mit Kinderwagen besser die Straße überqueren können. Auch hier handelt es sich um eine Abwägung. Das historische Kopfsteinpflaster macht für einige die Überquerung der Ollnsstraße sehr schwer bis unmöglich. Aus unserer Sicht ist Teilhabe für alle Menschen jedoch enorm wichtig. Daher hier jetzt der Kompromiss, an bestimmten Stellen ein barrierefreies Queren der Ollnsstraße zu ermöglichen, ohne das Kopfsteinpflaster komplett zu ersetzen.
Vor diesem Hintergrund haben wir den Grundzügen der Machbarkeitsstudie und den darin enthaltenen Planungen, den westlichen Fuß- und Radweg neu zu gestalten, befürwortet. Sie haben recht, dass der Ausbau des westlichen Fuß- und Radweges eine weitere Versiegelung bedeutet. Wir stimmen Ihnen außerdem zu, dass jede neue Flächenversiegelung genau geprüft werden sollte. Zur Verbesserung einer nachhaltigen und barrierefreien Mobilität halten wir sie in dem geplanten Maße jedoch in der Abwägung für in Ordnung. In diesem Zusammenhang planen wir im nächsten halben Jahr einen weitergehenden Antrag für die Stadt Elmshorn, die zukünftige Versiegelung von Flächen zu reduzieren.
Sie verweisen zu Beginn Ihres Schreibens darauf, dass durch eine Verbreitung des gepflasterten Streifens auf der westlichen Seite Barrierefreiheit erreicht werden könnte, ohne dass der ganze Fußweg auf der westlichen Seite gepflastert werden müsste. Bei dieser Idee sehen wir praktische Umsetzungsprobleme dadurch, dass der gepflasterte Streifen bisher – wenn auch rechtlich unzulässig – viel vom Radverkehr genutzt wird – teils sogar noch in der falschen Richtung. Wenn hier Radverkehr und auf Barrierefreiheit angewiesene Personen gemeinsam auf einem verhältnismäßig schmalen Streifen unterwegs sind, birgt dies hohes Konflikt- und Gefahrenpotential.
Vielen Dank für Ihren Hinweis bzgl. der möglicherweise höheren Geschwindigkeit der Radfahrer*innen auf einem ausgebauten Radweg am Kinderspielplatz. Wir nehmen diese Anregung mit auf. Ggf. können an dieser Stelle Piktogramme auf den Wegen oder eine Beschilderung „Achtung spielende Kinder“ oder andere gestalterische Mittel, die zu einer Verringerung der Geschwindigkeit führen, Abhilfe schaffen.
Auch das Thema Parkplätze wurde im Ausschuss ausführlich diskutiert, insbesondere ob genügend Parkplätze bei dem Nahversorger vorhanden sind und sein werden. Dass durch die Praxis am Hogenkamp auch in der Ollnsstraße Parkplätze gesucht werden, ist sicherlich richtig. Daher wird die Parkplatzsituation auch im weiteren Verlauf weiter zu prüfen sein. Die Machbarkeitsstudie ist erst der Auftakt für Detailplanungen.“
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